Lehrling des Meisterdiebs
Originaltitel: Stortjuvens pojkeSchweden, 1992
Regie: Henry Meyer
Drehbuch: Henry Meyer, nach dem Roman von Cannie Möller
Kamera: Jens Fischer
Musik: Johan Söderqvist
Darsteller*innen: Sara Möller, Carlo Schmidt
Produktion: Henry Meyer, Schwedisches Filminstitut
BJF-Empfehlung: ab 10 Jahren, FSK: ab 6 freigegeben
Länge: 75 Minuten
Spielfilm, Farbe
Schweden zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Die zwölfjährige Jossi (Josefina) und ihre etwas ältere Schwester leben mit ihrer Mutter in armen Verhältnissen. "Töchter sind ein Unglück, Jungen nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand", müssen sich die beiden Mädchen immer wieder anhören. Als die Mutter eines Tages Jossis Schwester verprügelt, weil sie sich heimlich mit einem Freund trifft, geht Jossi dazwischen und verletzt ihre Mutter. Erschrocken läuft sie weg. Sie versucht sich als Bettlerin durchzuschlagen, scheitert dabei aber kläglich. Jossi verkleidet sich als Junge und nennt sich nun Jonas. Lasse, ein überall gesuchter Dieb, kann einen Gehilfen wie Jonas brauchen, mit schmalen Händen, die jede Tür öffnen können. Beide werden Komplizen. Von Jonas' wahrer Identität ahnt Lasse nichts.
Durch einen Verrat wird Lasse verhaftet; Jonas aber kann er im letzten Moment zur Flucht verhelfen. Wieder allein, gerät das Mädchen an einen Pelzhändler, der Jonas als Diener mitnimmt. Bald taucht Lasse wieder auf, als Frau verkleidet, um den Pelzhändler auszurauben. Widerwillig wird Jonas erneut Lasses Komplizin. Nach ihrer Flucht kommt es zum Streit, bei dem sie ihr Geheimnis enthüllt. Lasse trennt sich von Jossi, gibt ihr noch etwas Geld, Proviant und ein Kleid. Wütend wirft Jossi das Kleid in den Fluss, fischt es später aber wieder heraus und zieht es an. Jossi ist nun ein Mädchen, das ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt.
Auszeichnungen: Ausgezeichnet beim Internationalen Kinderfilmfestival in Frankfurt/ M. und beim Internationalen Jugendfilmtest 1992.
Pressezitate:
"Ein stimmungsvoll fotografierter und einfühlsam inszenierter Kinderfilm, der das schwierige Thema der weiblichen Identitäts- und Selbstfindung für kleine Zuschauer verständlich und fesselnd aufbereitet."
(film-dienst 12/ 94)
"Mit sparsamen sprachlichen Mitteln, szenischem Reichtum und einer eindrücklichen Filmsprache geht er das Thema an. Die Durchformung der Hauptfigur, eines Kindes, das seinen eigenen Weg gegen außerordentlich große Widerstände und eine feindliche Umwelt finden muss, ist besonders stark gelungen."
(Jury-Begründung Lucas, Int. Kinderfestival Frankfurt am Main)
"Ein überzeugender, einfühlsam inszenierter und von der Hauptdarstellerin brillant gespielter Mädchenfilm ..."
(Lutz Gräfe, Lexikon des Kinder- und Jugendfilms, 5. Erg.-Lfg. Juni 2000)



