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Filme für Kinder und Jugendliche
BJF-Clubfilmothek

The Tic Code

USA, 1997
Regie: Gary Winick
Drehbuch: Polly Draper
Kamera: Wolfgang Held
Musik: Michael Wolff
Darsteller*innen: Gregory Hines, Polly Draper, Christopher Marquette, Desmond Robertson u. a.
Produktion: Jazz Films Inc.
BJF-Empfehlung: ab 10 Jahren, FSK: ab 6 freigegeben
Länge: 89 Minuten
Spielfilm, Farbe


Der zwölfjährige Miles leidet am Tourette-Syndrom, einer Erbkrankheit, die sich in unkontrollierbaren Zuckungen (Tics) und dem unwillkürlichen Hervorstoßen von Lauten äußert. Keine Spur davon zeigt sich jedoch, wenn er am Klavier sitzt und begnadet Jazz spielt. Sein Vater, ein bekannter Jazzpianist, hat die Familie nicht zuletzt wegen seines behinderten Sohnes verlassen. Miles lebt bei seiner Mutter Laura, die ihn überfürsorglich bemuttert.
Eines Tages begegnet er dem schwarzen SaxofonistenTyrone, der an der gleichen Krankheit leidet. Die beiden werden Freunde und spielen öfter zusammen. So lernt Tyrone auch Laura kennen, in die er sich verliebt, mit der er zunächst aber nicht über seine Krankheit sprechen möchte.
Ein geplanter Ausflug mit dem Vater schrumpft zu einem kurzen Treffen am Flughafen und wird für Miles zur schweren Prüfung. Er verzichtet auf beruhigende Medikamente und will seinem Vater zeigen, dass er sich auch so unter Kontrolle halten kann. Doch der Vater sieht nur die Zuckungen des aufgeregten Jungen und kann keine Besserung erkennen. Das ruft in Miles schwere Schuldgefühle hervor, denn er glaubt, die Ursache dafür zu sein, dass seine Mutter nicht glücklich wird. Verzweifelt beschließt er, sich umzubringen ...

Pressezitate:
The Tic Code entstand unter erheblichen Finanzierungsproblemen unabhängig von den großen US-Studios. Er greift Motive aus dem Leben des amerikanischen Jazzpianisten Michael Wolff auf, dem Ehemann der Drehbuchautorin Polly Draper, die auch die Mutter im Film spielt. Auf der Berlinale ‘99 lief er im Programm des Kinderfilmfests, wo er – zusammen mit dem iranischen Film „Mutterliebe“ von Kamal Tabrizi – den Preis des Deutschen Kinderhilfswerkes erhielt.
(Kinder Jugendfilm Korrenspondenz Nr. 78 2/99)

"Große und kleine Zuschauer kommen gleichermaßen auf ihre Kosten in Sachen ‘Jazz’."
(Berliner Morgenpost vom 12.2.99)

"Eine zärtlich-melancholische, streckenweise auch witzige Geschichte über die Widrigkeiten des Lebens, angesiedelt in der New Yorker Jazz-Szene. Regisseur Gary Winick behandelt das Problemthema Tourette Syndrom, eine erbliche neurologische Störung, die sich in seltsamen Bewegungen, Tics und Grimassen äußert, behutsam."
(Blickpunkt:Film 18/00)

"(...) Mit viel Wärme schildert er, wie ein Junge durch die Jazzmusik mit seinem krankhaften Gesichtszucken leben lernt."
(Gudrun de Frenne, Zitty 4/99)

"Ein Film der sinnlich über Jazz erzählt und menschlich zu überzeugen weiß."
(Begründung: Deutscher Jugend-Video-Preis 2000)

"Konventionell inszeniert und thematisch etwas überfrachtet, kann der Film durch seine ernsthafte Auseinandersetzung mit der weitgehend tabuisierten 'Krankheit', seine sympathische Botschaft für die Musik als 'heilende' Kraft sowie das authentische Spiel des jungen Hauptdarstellers für sich einnehmen."
(film-dienst 11/00)

 

Gefördert von

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Stiftung Deutsche Jugendmarke e. V.