Tilli Klapperzahn

Ein kleines Mädchen, allein zu Haus, entdeckt in der Spüle ein seltsames Wesen.
Tillis Mutter muss kurz die Wohnung verlassen um einkaufen zu gehen und Tilly ist allein zu Haus. Das nutzt sie erst mal kräftig aus und tobt durch die Wohnung. Als es ihr doch etwas unheimlich wird, bemerkt sie ein seltsames Wesen im Abfluss in der Spüle, mit dem sie herrlich spielen kann. Mit Schlumpsi, wie sie ihren neuen Spielgefährten nennt, erlebt sie so manches Abenteuer bis die Mutter wieder zu Hause ist.
Der liebevoll inszenierte Kurzfilm lebt von der schauspielerischen Leistung seiner kleinen siebenjährigen Hauptdarstellerin, die eine Hörhilfe trägt und ein wenig an Pippi Langstrumpf erinnert. Die Kameraführung nimmt konsequent die Perspektive von Tilli und ihrem neuen Freund Schlumpsi ein und das Zusammenspiel von Tilli und ihrem Spielgefährten aus dem Abfluss ist sehr gelungen. Die Musikuntermalung unterstreicht die Lebendigkeit des Films und macht gute Laune.
Z Kurzfilm:
Tilli Klapperzahn
Deutschland, 2019
Real- und Animationsfilm, 12 Minuten, Farbe
Regie: Elisa Klement
Drehbuch: Bärbel Klement; Elisa Klement
Kamera: Marian Nitschke
Schnitt: Elisa Klement
Musik: Carsten Schmelzer; Till Sahm
Besetzung: Ella Frida Kruse, Ronja Klatt
Produktion: Klementinen Film Elisa Klement, Spatzenfilm
BJF-Empfehlung: ab 4 Jahren
FSK: ab 0 freigegeben
FBW: "besonders wertvoll"
Stichworte: Kurzfilm, Angst, Fantasie, Freundschaft
Sprache: Deutsch
Dieses Medium empfehlen wir für den Schulunterricht:
Deutsch, Ethik, Religion, Grundschule
8"'Tilli Klapperzahn' von Elisa Klement ist ein teilanimierter Kurzfilm für sehr junges Publikum. Die kleine Tilli bleibt alleine zu Hause. Ihre Mutter vertraut ihr erstmals die Wohnung an, nicht jedoch ohne sie zu Ruhe zu ermahnen. Kaum alleine, tobt Tilli durch die Wohnung, macht, was sie sonst nicht darf, bis sie ein Glas Bohnen herunterwirft. Unvermittelt hört sie merkwürdige Geräusche aus dem Nebenzimmer. Ein kleines animiertes Wesen scheint im Abfluss zu wohnen. Mit einem Pömpel holt sie das graue, pelzige Wesen aus dem Versteck. Sie kommuniziert mit dem merkwürdig quiekenden Wesen, nennt es Schlumpsi und beide freunden sich an. Von nun an toben sie gemeinsam durch die Wohnung. Als es klingelt, rüsten beide zur Verteidigung der Wohnung auf. Doch es ist nur die Mutter. Als sie die Wohnung betritt, ist das Chaos wie von Geisterhand beseitigt und Mutter und Tochter spielen gemeinsam ausgelassen in der Küche.
Der kindliche Blick, aus dem der Film erzählt wird, ist gut getroffen und wird unterschiedlichen Generationen Vergnügen bereiten. Die visuelle Gestaltung der Heldin mit leuchtend roten Haaren und bunter Kleidung knüpft an prominente Vorbilder an, vor allem natürlich Pippi Langstrumpf. Und doch hat der Film ein wichtiges Detail, das ihn aus den Stereotypen hervorhebt: Tilli hat eine Hörhilfe. Diese könnte auch der Grund für ihre ungewöhnliche Geräuschwahrnehmung sein. Auf diese Weise etabliert der Film eine Mehrfachcodierung: Er kann ebenso als spielerische Auseinandersetzung mit einer Behinderung des Kindes verstanden werden wie auch als reiner Spaß. Die Jury war von der Retroästhetik in der Darstellung des Handlungsraumes ebenso überzeugt wie von den postmodernen Verweisen auf andere Filme und Vorbilder (Kevin allein zu Haus, Pumuckl, Pippi), dem minimalistischen Design des Abflusskobolds und der latenten Problematisierung der Hörbehinderung, die nie als Problem begriffen wird. So kann der Film zum Empowerment für sein kindliches Publikum werden. Die Jury verleiht dem Film sehr gerne das höchste Prädikat 'besonders wertvoll'."
(Jurybegründung der Deutschen Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden)
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Tilli Klapperzahn
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