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Filme für Kinder und Jugendliche
BJF-Clubfilmothek

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Reconstructing Utøya

Vorankündigung – ab ca. 14.5.2020 in der BJF-Clubfilmothek erhältlich!

Filmfoto: Reconstructing Utøya

Überlebende Jugendliche rekonstruieren, wie sie den faschistischen Terroranschlag auf der norwegischen Insel Utøya erlebt haben.

Einige Jahre nach dem Massaker auf der norwegischen Insel Utøya versammeln sich hier Überlebende und weitere Jugendliche. Gemeinsam rekonstruieren sie ihre Erinnerungen an den Amoklauf in einem Jugendcamp.

Als "psychologisches Workout" zur Verarbeitung eines Traumas – so bezeichnet es die Teilnehmerin Rakel Mortensdatter Birkeli. Sie gehört zu den Überlebenden des Blutbads, das ein rechtsextremistischer Attentäter am 22. Juli 2011 auf der norwegischen Insel Utøya anrichtete, nachdem er im Zentrum Oslos eine Autobombe gezündet hatte, der acht Menschen zum Opfer fielen. Jugendliche der norwegischen Arbeiterpartei, kurz AUF, zelteten wie in jedem Jahr auf der Insel. In kürzester Zeit erschoss der Attentäter 69 von ihnen. Im Dokumentarfilm "Reconstructing Utøya" kehrt Regisseur Carl Javér mit vier Überlebenden sowie jungen Leuten aus der Theaterszene an den Schauplatz zurück.

Rakel, Mohammed, Jenny und Torje erzählen ihre persönliche Geschichte jenes Tages, der ihr aller Leben veränderte. Das friedliche Idyll der Insel, die ausgelassene Atmosphäre, die die Jugendlichen bis zu diesem Tag genossen, wich einem tiefen schwarzen Loch. Carl Javér inszeniert das auf einer großen schwarzen Bühne. Mit weißem Klebeband markieren die vier Tatzeug*innen die jeweiligen Grundrisse der Schauplätze auf dem Boden, wie sie sie damals wahrnahmen. Nacheinander erzählen sie von der individuellen Situation und Position vor dem einschneidenden Erlebnis sowie dem eigenen Verhalten währenddessen und danach. Dafür wählen sie jeweils Darsteller*innen aus, die die Erlebnisse nachspielen. Ihnen gelingt es, die Perspektiven und Gefühle von Rakel, Mohammed, Jenny und Torje so nachzuspielen, dass die Betroffenen wie auch wir als Zuschauende extrem berührt sind. Es geht in der sensiblen Inszenierung darum, die traumatischen Erlebnisse zu bewältigen – und nach vorne zu schauen. Der Terror und seine Täter dürfen niemals gewinnen. Das Leben soll lebenswert weiter gehen.

Trailer


Reconstructing Utøya

Rekonstruktion Utøya
Schweden, Norwegen, Dänemark, 2018
Dokumentarfilm, 98 Minuten

Regie: Carl Javér
Drehbuch: Carl Javér, Fredrik Lange
Kamera: Henrik Ipsen
Musik: Kjetil Schander Luhr
Besetzung: Jenny Andersen, Rakel Mortensdatter Birkeli, Torje Hansen, Mohammed Saleh
Produktion: Polarfox, Vilda Bomben Film

BJF-Empfehlung: ab 14 Jahren
FSK: ab 12 freigegeben
Stichworte: Faschismus, Gewalt, Rechtsextremismus, Solidarität
Sprache: Deutsch


FSK: ab 12 freigegeben

 

Erhältlich ab ca. 14.5.2020!

Dieses Medium empfehlen wir für den Schulunterricht der Fächer:
Ethik, Religion, Kunst, Politik, Sozialkunde

Pressezitate:
"Reconstructing Utøya" drückt nicht mit dem Finger in die Wunde. Vielmehr gibt Javér der großen Gruppe der Überlebenden eine Stimme und Möglichkeit, den Prozess der Bewältigung anzugehen. Man sieht eine enge Verbundenheit zwischen den Vieren und ihren Darstellern. Sie lachen, scherzen, umarmen sich.

Jenny erzählt von ihren fast übermenschlichen Fähigkeiten, auf der Flucht minutenlang durch das eiskalte Wasser zu schwimmen und von der unbändigen Freude, als sie am Ufer ihren Freund lebendig wiederfand. Auch diese Szenen werden nachgestellt. Genauso wie die Geschichte des anfangs etwas kühl wirkenden Torje, der damals erst 14 Jahre alt war und sah, wie seinem großen Bruder in den Kopf geschossen wurde. Die Kamera fängt Torjes Emotionen während der nachgespielten Szenen intensiv ein. Man spürt sofort, dass der Junge wieder mitten im Geschehen ist. Im Laufe des Film Camps öffnet er sich immer mehr, baut enge Verbindungen zu den Darstellern auf. Es ist, als könne man ihm bei seinem Verarbeitungsprozess zuschauen.

Genau dies macht Reconstructing Utøya so hoffnungsvoll, trotz der Schwere des Themas. Dem Attentäter wird kein Raum gegeben, es geht nicht um die Frage, was in ihm vorging, sondern was mit den Überlebenden passierte. Alle Emotionen sind ehrlich, nichts wirkt abgesprochen oder gestellt. Trauer wechselt sich ab mit Freude, bis am Ende alle ausgelassen tanzen, das Leben feiern und schließlich die dunkle schwarze Bühne verlassen hinaus in die idyllische Natur.

Eine absolut sehenswerte Dokumentation, die der Trauma-Verarbeitung dienen soll. Die Szenerie, die Bildausschnitte und die musikalische Untermalung sind so reduziert gewählt, dass einzig und allein Rakel, Mohammed, Jenny und Torje im Vordergrund stehen. Alleine ihre Inszenierung des Erlebten trifft den Zuschauer bis ins Mark; erschüttert von dieser unerklärlichen Tat.
www.film-rezensionen.de


Entleihen für nichtgewerbliche öffentliche Vorführung (75,- / 40,- € erster Tag ...)


Lizenz für Durchblick-Film (DVD):
mit Vorführrecht (Ö), printlife:
· 125 € Normalpreis
· 40 € ermäßigter Preis
· 50 € f. Schulklassen

mit Vorführ- und Verleihrecht (V+Ö), printlife: 250 €


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